"Familienrekonstruktion"                                                            (Seminar und Ausbildung)

 

"Die Vergangenheit ist nur Prolog ..." (Shakespeare)

 

Die Familienrekonstruktion - als ein therapeutisches Instrument im Sinne von Virginia Satir - ist eine Entdeckerreise in die Lernfelder des eigenen Selbst im Kontext der Familiengeschichte. Diese Reise ist eingebettet in die Kulturen der jeweiligen Generation und deren Umgang mit Geburt und Tod, Erfolg und Scheitern, Krankheit und Krisen.

Bei der Arbeit mit Klienten, in deren Familien Schizophrenie, Gewalt, Kriminalität, psycho-somatische Störungen aber auch ganz "normale neurotische Störungen" auftreten, war V. Satir klar geworden, dass diese Menschen "ihre Vergangenheit dazu gebrauchten, ihre Gegenwart zu vergiften, wodurch wiederum eine Zukunft entstand, in der sich die Vergangenheit wiederholte".

Im Jahr 1965 entwickelte Satir die Technik der Familienrekonstruktion, die die Familiendynamik in eine Chronologie der Familienereignisse einband. Dadurch eröffnet sich ein Lernfeld, das in den erinnerten und gefühlsmäßig nachempfundenen, zum Teil traumatischen Familienereignissen neue Sichtweisen und Verhaltensweisen beim Klienten ermöglicht.

Die Prämissen dieses Verfahrens beruhen u.a. auf folgenden Überzeugungen:

- Erinnerungen finden in der "Jetzt-Zeit" statt
- Reaktionsmuster - auch langjährig eingeübte - sind jederzeit veränderbar
- Um Traumata unerbitterlicher Lebenserfahrungen heilen zu lassen, kann auch ein relativ kurzer
  Entdeckungsprozess beitragen: Der Klient als "Entdecker", der
vorbereitend seine familien-
  geschichtlichen Daten gesammelt (10-20 Stunden) hat und der Berater bzw. Therapeut als
   "Leiter und Begleiter", der mit bedingungsloser Liebe durch die reinszenierten Szenen führt:
   diese beiden gehen zusammen einen oft nur zweistündigen Weg, aus dem sich neue
   Handlungsstrategien entwickeln.

So entwickelte sich die Familienrekonstruktion zu einem Instrument, das einen großen Versöhnlichkeitsanteil mit den tragischen Seiten der eigenen Familienchronik hat und damit den Stolz auf die eigenen Herkunftsfamilie ermöglicht.

In diesem Seminar, das auch als Fortbildung konzipiert ist, werden verschiedene Techniken der Familienrekonstruktion vermittelt:

- die Methode des Psychodramas
- die Arbeit mit Chroniken
- die Arbeit mit dem Beziehungsrad
- das Sammeln und Erarbeiten eines geschichtlich-sozialen Wissens über Familiengeschichten
- die Arbeit mit geschichtlichen Medien, Tondokumenten, Akten, Briefen, Filme etc.
- die Arbeit mit Familienrekonstruktions-Elementen ohne Gruppe in der Praxis
- die Arbeit mit Hypnose- und Trancetechniken in Bezug auf die Erinnerungsfähigkeit des
  Organismus

Es wird mit Stammbäumen, Fotos, Büchern, Musik etc. gearbeitet.
Die Teilnehmer, die selber Berater bzw. Therapeuten sind, werden darüber hinaus geschult, diese Arbeit in einer systemischen Sichtweise zu tun, um einen entdeckerfreudigen Prozess zu begleiten, indem ihre Klienten die Angst vor traumatischen Rückerinnerungen verlieren.

Das Familienrekonstruktionsseminar ist ein sehr beeindruckendes und bewegendes Seminar und eine wichtige Ergänzung zur Weiterbildung in der Systemischen Beratung und Therapie. Das Besondere an diesem Seminar ist, dass zum ersten Mal ein Historiker die Arbeit begleitet
und ausführliche Informationen zu der jeweiligen Zeitspanne während der Rekonstruktion
anbieten kann. Hannes Heer ist vor allem bekannt geworden als Leiter der Wehrmacht-Austellung.

Vorbereitung von familiengeschichtliche Daten und weiterer Unterlagen:

- Erstellen eines Familienstammbaums bzw. Genogramms der eigenen Herkunftsfamilie unter
  der Verwendung von Fotos

- Erstellen der eigenen Biographie und Lebenslinie unter der Fragestellung, die im Seminar
  bearbeitet werden soll (z.B. „warum gerate ich immer an den falschen Partner?“),

- Suchen von Bildern und bedeutsamen Gegenständen, Sammlung früher oder immer
  wiederkehrender Träume,

- Gespräche bzw. Interviews mit Geschwistern, Eltern und/oder Großeltern, bzw. weiteren noch
  lebenden Familienmitgliedern

Beispiel-Genogramm als jpg-Datei und Genoramm-Programm (kostenlos) zum download

 

Die Seminare sind Teil der Ausbildung Systemische Beratung und können auch von externen Interessenten besucht werden. Die Seminargebühr beträgt 380,- bzw. 330,- für (ehemalige) Teilnehmer anderer Ausbildungen der GST. Das Seminar wird im Rahmen der Ausbildung „Systemische Beratung“ / „Systemische Therapie“ anerkannt.


 

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